w_Benediktinische Impulse

 

 

Vorratsdatenspeicherung

Das Thema spaltet. Befürworter sehen den Nutzen im Hinblick auf andere – Kriminelle, Terroristen. Gegner sehen den Schaden für sich – sie wollen kein „gläserner Mensch“ in der digitalen Welt sein. Die Vorstellung, da ist eine Instanz, die mehr über uns weiß als uns lieb ist, macht Angst. Wir wollen nicht ausgespäht werden, nicht auf dem Handy, noch weniger im Herzen. Vielleicht ist das der Punkt, der die Debatte um die Datenspeicherung so emotional macht: Es geht um die Einmaligkeit der Person.

Der Angst, ständig beobachtet zu werden, steht eine andere gegenüber: Nicht gesehen zu werden, unerkannt, unbeachtet zu sein. Das ist kränkend und tut weh. Wer interessiert sich dafür, wer ich eigentlich bin? Wie es mir geht?

Was löst da ein solcher Appell aus: „Davon überzeugt sein, dass Gott an jedem Ort auf uns schaut“ (Benediktregel 4,49). – Die Bibel zeigt einen Gott, der sieht, der schaut, der Augen hat für den Menschen. Ist das tröstlich oder geht es uns wie mit der Datenspeicherung? Viele kennen noch die pädagogisch motivierte „Drohung“: „Ein Auge gibt’s, das alles sieht, selbst was in finstrer Nacht geschieht.“ Also doch Überwachung, „versteckte Kamera“ in höchster Instanz? – Nein! Das ist nicht der barmherzige Vater, den uns Jesus gezeigt hat. Er „sieht von weitem“ den Sohn kommen und hat Mitleid (Lk 15,20). „Gott behält nur unser Gutes“ (Heinrich Spaemann) – das ist Datenspeicherung ohne Risiko.

C.D.

 

 


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