w_Benediktinische Impulse

 

 

Geisterspiele und Livestraem

 

Seit Corona das Leben bestimmt, leiden Fußballfans. Ihre Rolle im Stadion, zu motivieren und zu applaudieren, fehlt auch den Spielern. Die rackern sich ab, und keiner sieht es. Der Frust ist also auf beiden Seiten. Ist das, was da medienweit bejammert wird, nicht wie eine Parodie auf unser Leben? – In der Jugend haben wir – Ältere erinnern sich – begeistert gesungen: „Das Leben ist ein Spiel; und wer es recht zu spielen weiß, gelangt ans große Ziel.“

Leben als Spiel ist ein ernstes Thema. Hugo von Hofmannsthal hat im Jedermann großes Theater daraus gemacht. Schauen wir auf unsere persönliche Erfahrung. Wer kennt das nicht: Ich habe mich angestrengt, habe etwas mit Erfolg zu Ende gebracht, aber niemand reagiert anerkennend darauf. Oder: Ich habe Pech gehabt, etwas ist total misslungen, doch keiner teilt meinen Schmerz. Nicht immer sind Menschen da, wenn wir sie brauchen. Spielt sich unser Leben vor einer leeren Tribüne ab?

Als Christen glauben wir an einen Gott, der jeden Menschen im Blick hat. Die Bibel erinnert uns oft: „Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschauen.“ (Ps 33) Dieses Vertrauen will Benedikt bei seinen Mönchen sehen. Er schreibt: „Der Mensch erwäge: Gott blickt vom Himmel zu jeder Stunde auf ihn und sieht an jedem Ort sein Tun.“ (RB 7) Das ist keine Überwachung. Das Bild will sagen: Unser Leben als Livestraem vor dem gegenwärtigen Gott, das ist heilsame Anteilnahme, die wir uns so sehr wünschen.

C.D.

 


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