Abtei St. Erentraud in Kellenried



w_Benediktinische Impulse

 

Kurskorrektur fällig?

 

Fußballfans sehen oft verwundert, dass in der zweiten Halbzeit scheinbar eine ganz andere Mannschaft zu spielen scheint. Entweder ist dann die „Luft raus“ und nichts geht mehr oder es folgt auf einen lahmen Anfang ein furioses Finale. Wie hat der Trainer das nur gedreht?

Unser Weg auf Ostern zu ist jetzt in der Halbzeit angekommen. Was bisher auch war – noch ist alles möglich. Ob wir die Wochen seit Aschermittwoch als Fastenzeit verstehen oder liturgisch korrekt als österliche Bußzeit, ist nicht so wichtig. Obwohl: Heute klingt Fasten sympathisch nach Gesundheit, Buße eher wie ein lästiger Strafbescheid des Amts für öffentliche Ordnung. Schauen wir auf die Tradition dieser Begriffe, finden wir in der frühen Kirche dafür die Bezeichnung Quadragesima – „Vierzig Tage“. Es sind also einfach vierzig Tage, die ganz von der Erwartung der österlichen Auferstehung bestimmt sind.

Die Benediktregel, hat im 49. Kapitel dafür einige Tipps: Gegenüber asketischen Maximalforderungen empfiehlt Benedikt, in diesen Tagen „in aller Lauterkeit auf unser Leben zu achten“, etwas über das gewöhnliche Maß hinaus „in der Freude des Heiligen Geistes Gott darzubringen“. Bezeichnend für ihn ist das wiederkehrende Wort „etwas“. In den leiblichen Bedürfnissen (Essen, Trinken, Schlafen) etwas weniger, im geistlichen Tun (Gebet, Besinnung, Lektüre) etwas mehr – das Leben soll wieder in eine heilsame Balance kommen.

 

C.D.


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