Abtei St. Erentraud in Kellenried



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Impulse aus der Benediktregel

 

Herz und Wort im Einklang

 

Morgens mit dem linken Bein zuerst aufstehen, das kann den ganzen Tag verderben – glaubt man einer alten Redensart. Wir kennen diese Tage, an denen schon morgens die Welt nicht mehr in Ordnung ist. Offenbar ist es doch nicht unwichtig, wie der Tag beginnt. Mit dem rechten Bein aufstehen, den rechten, den richtigen Einstieg in den Tag finden, das stellt die Weichen für das Kommende. “Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund dein Lob verkünde” – mit diesem Gebetsruf beginnen Mönche und Nonnen ihren Tag. Bevor sie selber Worte in den Mund nehmen, ergeht an Gott die inständige Bitte (der Vers wird dreimal gesungen!), dass er selbst das Instrument “stimmt”, damit es für das Gotteslob tauglich wird. Denn nicht alles, was uns über die Lippen kommt, ist heilsam und aufbauend. Der Jakobusbrief spricht da Klartext: “Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaun hält, der betrügt sich selbst, und sein Gottesdienst ist wertlos” (1,26). Wir werden unnützen, verletzenden Worten nicht entgehen können, als schwache, angefochtene Menschen, aber wir müssen uns nicht mit der Gedankenlosigkeit abfinden. “Herr, öffne du meine Lippen heute zu guter, wahrhaftiger, wertschätzender Rede”. Diese bewusste Bitte am Morgen (sinnvoll und heilsam auch ohne nachfolgendes Stundengebet) kann ein Notenschlüssel zur Melodie des ganzen Tages sein – “damit unser Herz im Einklang ist mit unserem Wort” (Benediktregel 19).

 

C. D.


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