Abtei St. Erentraud in Kellenried

nach Psalm 13

In der Nacht

 

Nacht,
dunkle Seite des weggegangenen Tages.
Kummer und Einsamkeit,
Dunkel deines abgewandten Angesichtes –
wie lange noch?

 

In der kalten Leere
hämmert eine eisige Stimme:
Nun ist es soweit.
Ich habe es immer gesagt.
Jetzt musst du es eingestehen.
Für dich kommt kein Tag mehr.
Die eiserne Logik
deines Versagens
schließt für immer die Tore
hinter dir zu.

 

Nein – nein – nein!
…und wenn er hundertmal recht hat,
der Kalte, der Dunkle –
der Feind!
Er soll nicht triumphieren.
Die Wahrheit ist anders.
Wahr ist der Tag, das Licht,
nur das helle Auge sieht Wahres,
das im Blick des ewigen Lichtes Gestalt wird.

 

Ewiger – mach meine Augen hell,
damit dein Licht meine Lüge vertreibt.

 

Wahr ist, was trägt, was froh macht.
Wahr ist dein Name ICH-BIN-DA ,
dein Wort: „Ich will deine Hilfe sein“.

 

Wahr ist der Jubel – das Lied der Geretteten:
Singen will ich dem Herrn,
weil er mir Gutes getan hat.


Maria Benedikta Ströle OSB
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