Abtei St. Erentraud in Kellenried



w_Benediktinische Impulse

 

Den rechten Einstieg finden

 

Alles Erste hat eine besondere Bedeutung. Der Anfang eines Briefes, der Auftakt einer Veranstaltung – ein geglückter Beginn ist für das Ganze ein Gewinn. Das gilt auch für das Beten. Und das nicht so sehr um Gottes willen, als vielmehr um des Beters willen.

Bevor der Musiker spielt, stimmt er sein Instrument. Wenn wir Beten, stimmen wir uns auf Gott ein. Dazu steht beim Stundengebet der Kirche als Auftakt immer der Vers: „O Gott, komm mir zu Hilfe; Herr, eile mir zu helfen.“ Damit melden wir uns bei Gott an, klopfen an seine Tür und stellen uns vor als Menschen, die seine Hilfe brauchen. Und zwar sofort – es eilt. Wir stehen in unserer Bedürftigkeit mit großer Ehrlichkeit und Erwartung vor Gott. Dieser erste Vers jeder Gebetszeit ist so einfach wie richtig, dass wir ihn gar nicht oft genug beten können, ist er doch das Bekenntnis: Du Gott kannst helfen. Und ich vertraue auf deine Hilfe.

Dieser Vers aus Psalm 70 ist eines jener „Pfeilgebete“, die von den frühen Mönchen im Rhythmus ihres Arbeitens zu Gott empor gesandt wurden. – Wir kennen das: Es gibt Sätze, die einem den ganzen Tag nicht aus dem Kopf gehen. Bei dem, was sich da spontan einstellt, ist nicht nur Hilfreiches und Sinnvolles, ja oft ziemlich viel störender Unfug. Wir können aber für diese „Einfälle“ auch selbst die Regie übernehmen. Mit einem ausgewählten Psalmvers gestalten wir unser eigenes „Programm“ und bleiben so den ganzen Tag sinnvoll „auf Sendung“.

C.D.

 


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